Gemeinsam gegen das Vergessen

Unterstützung für das internationale Work & Study-Camp Mittelbau-Dora

Junge Menschen aus verschiedenen Ländern setzen sich in Nordhausen gemeinsam mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander und leisten einen praktischen Beitrag zur Erinnerungsarbeit. Der Lions Club Nordhausen unterstützte das internationale Study and Workcamp 2025 mit einer Spende für Lebensmittel und lud die Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Mittagessen ein.

Vom 26. Juli bis zum 9. August 2025 wurde die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zum Treffpunkt junger Menschen aus aller Welt. Teilnehmende aus unter anderem Mexiko, den USA, Taiwan, Japan, Spanien, Deutschland und der Türkei kamen nach Nordhausen, um sich intensiv mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers und der nationalsozialistischen Zwangsarbeit auseinanderzusetzen.

Das zweiwöchige Study and Workcamp wurde von der Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst (ijgd) organisiert. Es verband historisch-politische Bildungsarbeit mit praktischem Engagement vor Ort. Die jungen Menschen wirkten an der Gestaltung des Außengeländes mit und beschäftigten sich zugleich mit der historischen Forschung.

Ein Schwerpunkt lag darauf, die Umrisse einer ehemaligen Baracke im Krankenlager sichtbar zu machen. So wird die frühere Struktur des Lagers für Besucherinnen und Besucher besser nachvollziehbar. Ergänzend recherchierten die Teilnehmenden in der Dokumentationsstelle historische Hintergründe zum Standort. Die Verbindung aus praktischer Arbeit, Quellenforschung und Bildungsangeboten machte das Camp zu einer besonderen Erfahrung – fachlich, persönlich und im internationalen Austausch.

Damit die Teilnehmenden ihre Zeit vor Ort sinnvoll gestalten konnten, brauchte es allerdings auch eine verlässliche Versorgung. Da das Budget für die Verpflegung knapp bemessen war, unterstützte der Lions Club Nordhausen das Camp unkompliziert mit einer Geldspende für Lebensmitteleinkäufe.

Die Lions-Präsidenten Ricarda Adam und Holger Richter übergaben die Unterstützung persönlich. Darüber hinaus lud der Club die jungen Gäste zu einem gemeinsamen Mittagessen ein. So wurde aus der finanziellen Hilfe zugleich eine persönliche Begegnung, die den Gedanken der internationalen Verständigung unmittelbar erlebbar machte.

Das Engagement der Teilnehmenden verdient besondere Anerkennung: Sie investieren ihre Zeit, finanzieren ihre Anreise selbst und arbeiten während des Camps unentgeltlich für Kost und Logis. Ihr Einsatz trägt dazu bei, historische Spuren zu bewahren, Wissen weiterzugeben und die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten.

Global denken – lokal handeln: Mit seiner Unterstützung des Workcamps verbindet der Lions Club Nordhausen regionale Verantwortung mit internationaler Begegnung. Denn eine lebendige Erinnerungskultur und das gemeinsame Eintreten gegen das Vergessen sind Aufgaben, die Menschen über Ländergrenzen hinweg verbinden.